Top Tipp

Besucher?

Aktuell sind 98 Gäste und keine Mitglieder online

FaceBookYoutube

Lüsterliesl - Leuchtermadl - Lüsterweibchen

Jahrhundertealte Schnitzkunst

 Ein Lüsterweibchen oder Leuchterweibchen ist ein Kronleuchter, an dem
waagerecht angeordnete Geweihstangen verwendet werden, an deren Basen eine weibliche Halbfigur sitzt.
Der Begriff bezeichnet im engeren Sinn nur die Figur, die dem ganzen Geweihmöbel den Namen gegeben hat.

Dem Typus Lüsterweibchen entsprechende Wandleuchter sind bereits seit dem Ende des 14. Jahrhunderts nachweisbar;
neben dem Geweih eines Hirsches fanden auch das eines Elches und die Hörner des Steinbocks Verwendung.
Im 16. Jahrhundert verbreiteten sich vor allem im deutschen Raum dann Deckenleuchter und fanden besonders
in Süddeutschland großen Anklang.
Lüsterweibchen kamen nochmals während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr in Mode,
funktionierten dann aber zunehmend als Gas- oder elektrische Leuchten.
In dieser Form, d. h. mit elektrischer Beleuchtung, werden sie auch heute noch im alten Stil hergestellt.
Antike Lüsterweibchen sind im Kunsthandel begehrt und erzielen je nach Alter und Qualität hohe Preise.

Geweihe sind seit alters sehr beliebte Sammelobjekte, denen neben ihrer dekorativen und repräsentativen Eignung oft auch apotropäische Kräfte zugeschrieben werden. Den profanen, aber mit mythologischer und allegorischer Bedeutung aufgeladenen Lüsterweibchen, die oft Fabelgestalten wie Sirenen zeigen, gingen Leuchter voran,
die mit einer Heiligenfigur oder einer Madonna geschmückt wurden, die Muttergottesleuchter.
Andere aus Holz geschnitzte Lüsterweibchen sind reich oder in Tracht gekleidete Frauen, bisweilen eine Lukrezia darstellend.
Seltener sind männliche Varianten, die sogenannten Lüstermännchen, oder tierische Fabelwesen, die Drachenleuchter.

Die Kerzen trägt entweder die Figur oder aber sie sitzen an den Sprossen und Schaufeln der Geweihe.
Bei seit dem Ende des 19. Jahrhunderts hergestellten und für elektrische Beleuchtung bestimmten Lüsterweibchen hängen die Fassungen für Glühbirnen manchmal auch nach unten, gelegentlich sind zusätzlich noch Halterungen für Kerzen angebracht so dass die Art der Beleuchtung ausgewählt werden kann.

Die Leuchtkraft muss insgesamt nicht sehr stark sein, die Funktion ist dann eher die ursprüngliche der Repräsentation durch optischen Eindruck.

Nicht selten werden die Motive unterstützt durch das Anbringen von Wappenschilden des Besitzers.

Wer kennt das obengezeigte Wappen?

Bitte Info an email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!